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Bauprojekte

ONTRAS ist für den effizienten und sicheren Betrieb des Fernleitungsnetzes in den neuen Bundesländern verantwortlich. Es gehört zu unseren Aufgaben, den Zustand und die Leistungsfähigkeit des Netzes regelmäßig zu überprüfen und zu optimieren. Dazu gehört auch, unser Netz für die Anforderungen künftiger Transportaufgaben in Zuge der Energiewende vorzubereiten, z. B. für den Transport von Mischgasen mit unterschiedlichen Wasserstoff-Zumischungen und für den Transport von reinem Wasserstoff.

Schutz von Mensch und Umwelt

Unser Anliegen ist es, einen sicheren Betrieb der Gasinfrastruktur sowie die Versorgungssicherheit im Netzgebiet zu gewährleisten. Bei allen Arbeiten an der Trasse legen wir höchste Standards für den Schutz von Mensch und Umwelt an. Die für große Infrastrukturprojekte notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung nimmt ONTRAS sehr ernst und hält sich streng an die gesetzlichen Vorgaben. Die temporäre Störung von Wohn- und Erholungsfunktionen während der Bauphase sind durch die weitestgehend siedlungsferne Trassierung begrenzt. Durch Bündeln mit bestehenden Leitungstrassen und Infrastrukturen versuchen wir den Eingriff in den Naturraum zu gering wie möglich zu halten.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu unseren wichtigen aktuellen Bauprojekten. Mit diesen Sanierungs- und Neubauvorhaben leistet ONTRAS einen wesentlichen Beitrag, das Gasnetz zukunftsfest zu machen und die Erdgasversorgung nachhaltig zu sichern.

Leitungsverlauf

Die FGL 12 verläuft von Dornreichenbach (östlich von Wurzen) bis zum Netzknoten Lauchhammer und ist ca. 65 Kilometer lang. Sie wurde ab 1955 gebaut und Teile ab den 80er Jahren saniert. Die FGL 12 ist eine wichtige Versorgungsader für die Region zwischen Lauchhammer und Riesa und weiter Richtung Wurzen. Damit ist sie im Zusammenwirken mit anderen ONTRAS-Leitungen angrenzender Regionen ein Garant für die sichere Energieversorgung dieses Gebiets. Mit dem Sanierungsvorhaben stimmen wir die Erdgasversorgung der Region auf die Erfordernisse einer sicheren, effizienten und zukunftsfesten Energieversorgung ab.

Das Bauvorhaben

Die FGL 12 verläuft über die gesamte Strecke in unterschiedlichen Nennweiten zwischen 30 und 50 Zentimetern (DN 300, DN 400, DN 450 und DN 500). Sie wird mit einem Betriebsdruck von 16 bar betrieben. Bei turnusmäßigen Untersuchungen durch Experten stellte sich heraus, dass einige Abschnitte eine zu geringe Überdeckung aufweisen oder der Korrosionsschutz verbesserungswürdig ist. Zudem wechseln mehrmals die Rohrdurchmesser. Damit hat die Leitung keine einheitliche Nennweite. Deshalb kann sie nicht bei laufendem Betrieb durch eine im Rohr mit dem Gasstrom transportierte Messsonde (Molch) untersucht werden.

Mit dem Neubau wird eine in zwei Abschnitten molchbare Leitung mit 50 Zentimetern Durchmesser (Nennweite DN 500, ca. zehn Kilometer) bzw. 40 Zentimetern Durchmesser (DN 400, ca. 35 Kilometer) entstehen. Entsprechend werden auch die bereits sanierten Abschnitte hinsichtlich einer durchgängigen Molchbarkeit überprüft und ggf. ausgewechselt. Dabei wird die Leitung einschließlich aller Anschlussleitungen durchgängig für einen max. Betriebsdruck von 25 bar (MOP 25) ausgelegt.

Mit Auswechseln der FGL 12 werden zugleich vier Anschlussleitungen unterschiedlicher Nennweiten mit einer Gesamtlänge von ca. 13 Kilometern mit erneuert und weitere Anschlussleitungen ertüchtigt. Im Rahmen der Erneuerung werden u. a. neue Molchschleusen in Lauchhammer und am Reißdamm errichtet, neue Abzweigarmaturen eingebaut und zwei Querverbindungen zu bestehenden ONTRAS-Leitungen mit Druckstufenübergang geschaffen. Ein Teil der Armaturengruppen wird automatisiert und entlang der gesamten Leitungsstrecke zwei Kabelschutzrohre mit verlegt.

Baustart in Sachsen

Im Februar 2020 erhielt ONTRAS den Planfeststellungsbeschluss für die Erneuerung des sächsischen Teils der Leitung Mit der behördlichen Genehmigung durch die Landesdirektion Sachsen können nun die Bauarbeiten am insgesamt etwa 40 Kilometer langen sächsischen Teil der Leitung starten. Im ersten Bauabschnitt zwischen Strehla und Nünchritz werden bis etwa Mitte Juli 2020 rund 16 Kilometer des etwa 19 Kilometer langen Bauabschnittes neu verlegt. 

Leitungsverlauf

ONTRAS erneuert seit 2019 die Ferngasleitung (FGL) 90 von Klein Trebbow (bei Neustrelitz) bis Neubrandenburg-Sponholz einschließlich dreier Anschlussleitungen. Als Bestandteil des nordöstlichen Versorgungsringes im ONTRAS-Netz erschließt die Leitung die Region zwischen Neustrelitz im Süden und Neubrandenburg im Norden. Damit ist sie im Zusammenwirken mit anderen ONTRAS-Leitungen angrenzender Regionen ein Garant für die sichere Energieversorgung dieses Gebiets. Mit dem Sanierungsvorhaben stimmen wir die Erdgasversorgung der Region auf die Erfordernisse einer sicheren, effizienten und zukunftsfesten Energieversorgung ab.

Das Bauvorhaben

Die FGL 90 wurde 1967 mit einem Durchmesser von rund 40 Zentimetern (DN 400) und einem max. Betriebsdruck von 25 bar MOP 25) in Betrieb genommen. Sie hat eine Gesamtlänge von ca. 40 Kilometern, die Länge der drei Anschlussleitungen beträgt zusammen rund 4 Kilometer. Bereits 2004 wurden alle Absperrarmaturen dieser Leitung erneuert. Ebenso wurden in den Folgejahren kleinere Teilstücke saniert. Zuletzt wurde 2016 ein 862 Meter langer Teilabschnitt nördlich von Neustrelitz ausgetauscht.

Im Rahmen des Neubaus werden die Armaturengruppen auf den technisch aktuellen Stand gebracht, bei Bedarf auch versetzt und automatisiert. Künftig können die Armaturen somit von der Dispatching-Zentrale in Leipzig aus kontrolliert und bedient werden. Dadurch minimiert sich die Reaktionszeit bei notwendigen Eingriffen in die Netzsteuerung und die technische Sicherheit wird erhöht.

Zudem wird die neue Leitung durchgehend molchbar sein. Dazu werden am nördlichen Netzknotenpunkt Sponholz und im südlichen Leitungsabschnitt östlich der B 96 zwei neue Molchschleusen eingebaut. Das ermöglicht einen kostenoptimierten Betrieb. Auf der gesamten Länge werden moderne Lichtwellenleiter-Datenkabel sowie Kabelleerrohre mitverlegt, um Steuer-, Mess- und Regeldaten zu übertragen. Die Neuverlegung erfolgt weitestgehend in einem bereits dinglich gesicherten Schutzstreifen. Davon ausgenommen sind ggf. notwendige Trassenänderungen infolge von Fremdvorhaben (z. B. Ausbau von Verkehrswegen) oder aufgrund behördlicher Auflagen.

Die Erneuerungerfolgt 2019 und 2020. Nach positivem Abschluss des dafür notwendigen Planfeststellungsverfahrens begannen die Bauarbeiten im August 2019 bei Spohnholz und wurden im Januar 2020 bei Burg Stargard fortgesetzt. Nach aktuellem Stand wird die Erneuerung der FGL 90 im Dezember diesen Jahres abgeschlossen sein.

Leitungsverlauf

Die Ferngasleitung (FGL) 32 Räpitz (bei Markranstädt - Niederhohndorf (bei Zwickau) hat eine Gesamtlänge von 70 Kilometern, davon ca. 44 Kilometer in Sachsen und ca. 26 Kilometer in Thüringen. Die Leitung wurde von 1957 bis 1968 errichtet. Sie versorgt die Regionen zwischen Leipzig und Zwickau mit Biomethan und Erdgas. Damit ist sie im Zusammenwirken mit anderen ONTRAS-Leitungen angrenzender Regionen ein Garant für die sichere Energieversorgung dieses Gebiets. Mit dem Sanierungsvorhaben stimmen wir die Erdgasversorgung der Region auf die Erfordernisse einer sicheren, effizienten und zukunftsfesten Energieversorgung ab.

Das Bauvorhaben

Bereits in den vergangenen Jahren hatte ONTRAS mehrere Teilstücke der FGL 32 bei einzelnen Sanierungsmaßnahmen sowie im Rahmen von Leitungsveränderungs- und Sicherungsmaßnahmen erneuert.  In den Jahren 2019/2020 wechselt ONTRAS ganze Leitungsabschnitte aus, erneuert Armaturengruppen und errichtet neue Molchstationen bzw. rüstet und erweitert bestehende Anlagen. Zudem wird der maximale Betriebsdruck von derzeit 16 auf 25 bar erhöht, um die Stabilität und Effizienz des gesamten Gasnetzes weiter zu verbessern. Der künftige Netzbetrieb wird durch den Einbau von fernsteuerbaren Armaturen und Steuerkabeln optimiert und dem Stand der Technik angepasst. Die neue Leitung wird wieder in der vorhandenen Trasse verlegt. Über die gesamte Bauphase kann ONTRAS  die Gasversorgung der Region über alternative Transportwege weiterhin jederzeit sicherstellen.

Baufortschritt

Der Neubau erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Für den sächsichen Teil wurde der Planfeststellungsbeschlussim Oktober 2018 erteilt und die Bauarbeiten konnten beginnen. Nach einer Bauzeit von nur zehn Wochen ging am 18. Dezember 2018 der erste, rund 15 Kilometer lange Bauabschnitt zwischen Räpitz (bei Markranstädt) und Böhlen (Landkreis Leipzig Land) wieder in Betrieb. Auch die Baumaßnahmen an der Station Räpitz waren zu diesem Zeitpunkt bis auf einige Oberflächenarbeiten fertiggestellt.

Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt zwischen Böhlen und Lippendorf laufen seit Anfang 2019. Der dafür vorgesehene Rohrstrang wurde noch in 2018 vorgefertigt. Im Februar 2018 wurde hier die dritte Armaturengruppe inkl. einer Anschlussleitung ausgetauscht und der zweite Bauabschnitt bis zum Kraftwerk Lippendorf wieder in Betrieb genommen.

Der dritte, rund zwei Kilometer lange Bauabschnitt von Lippendorf nach Neukieritzsch wurde im Januar 2019 begonnen und im April 2019 fertiggestellt. Die Erneuerung der restlichen rund 12 Kilometer der Altleitung bis an die thüringische Landesgrenze bei Regis-Breitingen erfolgten bis September 2019.

Mit Stand März 2020 sind der gesamte sächsiche Teil der Leitung von Markranstädt sowie der Abschnitt von der thüringischen Landesgrenze bei Haselbach bis Altenburg einschließlich der Durchquerung des Kammerforstes fertiggestellt. Nach aktuellem Stand sollen die Bauarbeiten bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Leitungsverlauf

Die Ferngasleitung (FGL 61) verläuft von Neugattersleben (Nienburg) bis Trajuhn nordöstlich von Wittenberg. Sie hat eine Gesamtlänge von ca. 74 Kilometern. Davon verlaufen 21,5 Kilometer durch den Salzlandkreis, 14,5 Kilometer durch den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, 11 Kilometer durch den nördlichen Randbereich der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau und 27 Kilometer durch den Landkreis Wittenberg. Als Teil unserer Gasinfrastruktur ist die FGL 61 mit ihren Verbindungen Richtung Norden/Nordwesten nach Magdeburg und Salzwedel, Richtung Süden in die Region Halle/Leipzig und Richtung Osten nach Lauchhammer eine wichtige Transportroute für die sichere Energieversorgung Sachsen-Anhalts und angrenzender Regionen. Das Gas wird an vier Netzkopplungspunkten über die Netze von Verteilnetzbetreibern bis zu den Verbrauchern in den einzelnen Regionen transportiert. Eine Biogasanlage speist seit Jahren Biomethan in die Leitung ein und weist damit den Weg in eine grüne Energie-Zukunft.

Die Leitung wurde 1963 errichtet und ist für einen max. Betriebsdruck von 25 bar (DP 25) ausgelegt. Sie hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern (DN 500). Nur der ca. vier Kilometer lange Abschnitt zwischen Apollensberg und Piesteritz ist auf einen max. Betriebsdruck von 63 bar (MOP 63) ausgerichtet und hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern (DN  400).

Das Bauvorhaben

Zwischen Neugattersleben und Leps hatte ONTRAS bereits in den Vorjahren große Teile der Leitung saniert. In diesem Abschnitt werden im Rahmen des Bauvorhabens nur noch die Gewässerkreuzungen mit der Bode, der Saale und der Elbe erneuert sowie einzelne Stellen technisch angepasst. Damit kann die neue Leitung später im Bedarfsfall bei laufendem Betrieb mit einer Messsonde (Molch) durchgängig untersucht werden. Diese wird dabei wie bei der Rohrpost über eine Molchschleuse in die Leitung eingeführt, vom Gasstrom im Rohr mittransportiert und an anderer Stelle wieder ausgeschleust.

In dem rd. 50 Kilometer langen Leitungsabschnitt der FGL 61 zwischen Leps und Trajuhn hat ONTRAS sich auf der Basis von Analysen entschieden, die Leitung bis auf den kurzen, in DN 400 gebauten Abschnitt komplett zu erneuern und dabei den heutigen technischen und sicherheitstechnischen Anforderungen anzupassen. Neben der kompletten Auswechselung der Leitungsrohre erhalten die vorhandenen Armaturengruppen dabei eine Fernsteuerung und werden dem aktuellen technischen Standard angepasst. Für die künftige Untersuchung mit Messonden werden zudem entsprechende Molchschleusen eingebaut. Parallel zum gesamten Leitungsstrang einschließlich der bereits sanierten Abschnitte werden zudem moderne Lichtwellenleiter-Datenkabel mit verlegt. Damit kann künftig auch dieser Abschnitt des 7.500 Kilometer Leitungen umfassenden ONTRAS-Netzes komplett von der Dispatchingzentrale in Leipzig aus überwacht und gesteuert werden. Das minimiert die Reaktionszeiten und erhöht die technische Sicherheit. Zusammen mit der durchgängigen Molchbarkeit ermöglicht der Neubau damit einen kostenoptimierten Betrieb.

Bauablauf

Die neue Leitung wird weitestgehend in einem bereits dinglich gesicherten Schutzstreifen verlegt. Davon ausgenommen sind ggf. notwendige Trassenänderungen infolge von Fremdvorhaben (z. B. Ausbau von Verkehrswegen) oder aufgrund behördlicher Auflagen. ONTRAS wird die Gasversorgung der Region während der gesamten Bauzeit jederzeit über alternative Transportwege sicherstellen. Dazu wird die Leitung in mehreren Bauabschnitten nacheinander erneuert. Derzeit laufen dazu bereits einige Vorarbeiten. Dies sind beispielsweise Vermessungen, Boden- und Grundwasseruntersuchungen, umweltschutzfachliche Kartierungen und natürlich die archäologischen Untersuchungen.

Baubeginn  war im August 2019. Als schwierig erwies sich die Durchquerung der Elbe bei Breitenhagen. Hier hatten die Bauausführenden mit dem extrem niedrigen Wasserstand zu kämpfen und benötigten zwei Anläufe, um den zuvor am südlichen Ufer fertiggestellten Düker (für norddeutsch: Taucher - bezeichnet einen vorgefertigten Leitungsstrang zur unterquerung von Gewässern) endgültig einzuziehen. Nach aktuellem Stand werden die Bauarbeiten voraussichtlich Mitte 2021 abgeschlossen sein.

Seit 2019 laufen die Arbeiten zur sicheren Verwahrung des ehemaligen Untergrundgasspeichers Burggraf-Bernsdorf (Verbandsgemeinde an der Finne, OT Billroda, Sachsen-Anhalt). Zuletzt diente das ehemalige Salzbergwerk noch als Netzpufferanlage des ONTRAS-Leitungsnetzes, wird aber schon seit einigen Jahren nicht mehr zur Absicherung des Netzbetriebes benötigt.

Trockene Verwahrung des Speichers

Als das beste Verfahren zum endgültigen Verwahren des Speichers erwies sich das behördlich genehmigte Verfahren einer "trockenen Verwahrung". Dabei verbleibt das Restgas in dem ca. 150.000 Kubikmeter umfassenden ehemaligen Grubengebäude in etwa 600 Meter Tiefe unter einem Atmosphärendruck von einem bar. Alle Rohre, Leitungen und sonstigen Einbauten von obertage bis auf die Schachtsohle in einer Tiefe von rund 230 Metern werden ausgebaut und nach unten hermetisch verschlossen. Nach Entfernen aller Einbauten werden beide Schächte verfüllt, abgedichtet und etwa fünf Jahre später endgültig verschlossen. Während der gesamten Zeitspanne wird der Speicher weiterhin permanent durch die Dispatcher der Zentrale in Leipzig fernüberwacht und zusätzlich der Zustand vor Ort durch regelmäßige Begehungen überprüft.

Baumaßnahmen starteten im Mai 2019

Unterhalb der begehbaren Schachsohlewaren beide Schächte zwischen ca. 240 und 570 Metern Tiefe bereits seit Beginn des Speicherbetriebs durch ein Mehrfach-Barrieresystem nachweislich gasdicht verschlossen, permanent überwacht über fünf in diese mächtige Barriere integrierte Funktions- und Kontrollleitungen. Nach entsprechenden Vorbereitungen seit Juni 2018 begannen im Mai 2019 die eigentlichen Baumaßnahmen zur Speicherverwahrung. Im März 2020 war der Schacht Burggraf bis ca. zwei Meter unter Geländeoberkante mit Schotter verfüllt. Derzeit werden die Obertageanlagen (Winde, Förderturm und Hebeeinrichtung) auf den Schacht Bernsdorf versetzt. Anschließend wird auch dieser Schacht nach und nach verfüllt. Zudem werden ab April 2020 die nicht mehr benötigten Obertageanlagen und Gebäude abgerissen und eine neue, moderne Mess- und Regelstation für den weiterhin an diesem Standort betriebenen Netzknoten errichtet.

Historie

1911-1913Abteufen ("schachten" der beiden jeweils knapp 600 Meter tiefen Schächte1968-1993VEB Verbundnetz Gas errichtet einen Untergrundgasspeicher und speichert dort ab Oktober 1970 Stadtgas.
1913-1921Abbau von Kalisalzen (insgesamt über 300.000 Tonnen Carnallitit)1994VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft (heute: VNG AG) stellt den Speicher von Stadt- auf Erdgas um. Dafür wurden die Schachtausbauten komplett überarbeitet und der Speicher umgerüstet.
1922-1927Sicherung der Schächte und Abbau der Förderanlagen2011-2018ONTRAS Gastransport GmbH betreibt den Speicher zeitweise noch als Pufferanlage.
1938-1944Öffnung der Schächte und Nutzung als Lager für das Heereszeugamt der Wehrmacht2018-2020Verwahrung: Nicht benötigte Anlagen und Gebäude werden abgerissen und die beiden Schächte trocken verfüllt. Die Mess- und Regelanlage für den weiter bestehenden Netzknoten wird 2020 neu gebaut.
Oktober 1944 - April 1945500 bis 700 Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Buchenwald bauen in ca. 600 Metern Tiefe die Produktionsanlagen der Gustloff-Werke III auf.2020- vsl. 2025In den Folgejahren wird die Anlage permanent überwacht. Anschließend wird sie aus der Bergaufsicht entlassen. Der Netzknoten wird künftig weiterhin durch ONTRAS Dispatching von Leipzig aus fernüberwacht.

ONTRAS spendet neue Tafel für Gedenkstätte Schacht Burggraf

Feierlich enthüllten am 9. Januar 2020 Götz Ulrich, Landrat des Burgenlandkreises, Monika Ludwig, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde an der Finne und ONTRAS Geschäftsführer Ralph Bahke die erneuerte Tafel für die Schachtanlage Burggraf-Bernsdorf. Sie erinnert zusammen mit dem von ONTRAS zu diesem termin eigens gereinigten und neu versiegelten DenkmaL an die mehr als 100 Jahre umfassende, wechselvolle Geschichte dieses technischen Bauwerks.

Anlass für die Erneuerung der Tafel waren Arbeiten zur endgültigen Verwahrung der Schachtanlage. Zu diesem Anlass wurde auch das dazugehörige, damals mit Unterstützung auch der VNG AG errichtete Denkmal professionell gereinigt und versiegelt.

"Uns ist es wichtig, dass die Geschichte der Schachtanlage des ehemaligen Kali-Bergwerks, KZ-Außenlagers und Gasspeichers auch nach der endgültigen Verwahrung der beiden Schächte nicht in Vergessenheit gerät" sagte Bahke. Landrat Ulrich und Bürgermeisterin Ludwig forderten in ihren Grußworten dazu auf, anders denken und anders sein zu tolerieren und für die demokratischen Grundwerte einzustehen.

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