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Pressemitteilung

23.07.2026

Nordic-Baltic Hydrogen Corridor: Starke Marktunterstützung für grenzüberschreitende Wasserstoffpipeline

Kapazitätsbedarfe und Marktnachfrage bestätigen den Nordic-Baltic Hydrogen Corridor (NBHC) als tragfähige und notwendige europäische Energieachse mit kommerzieller Nutzung ab Beginn seiner Inbetriebnahme im Zeithorizont ab 2033. Das hat eine unverbindliche Marktabfrage der beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Finnlands, des Baltikums, Polens und Deutschlands ergeben, die von Januar bis April 2026 durchgeführt wurde.

Die Marktumfrage erfasste 93 Rückmeldungen von 81 Unternehmen, die insgesamt 108 Projekte aus der gesamten Wertschöpfungskette repräsentieren – Produktion und Verbrauch, Speicherung und regionale Verteilnetze sowie grenzüberschreitender Transport. Die Ergebnisse zeigen, dass die prognostizierte korridorweite Marktnachfrage bis 2040 auf 79,2 TWh pro Jahr ansteigen könnte. Davon entfallen 64,4 TWh auf industrielle Projekte entlang des Korridors und 14,8 TWh auf deutsche Verteilnetze. Dies entspricht rund 87 Prozent der theoretischen Kapazität des Korridors von 91 TWh, welche in der Vor-Machbarkeitsstudie ermittelt wurde.

„Die Marktabfrage bestätigt strukturelle Bedarfe entlang der geplanten Route und unterstreicht damit die hohe Relevanz des NBHC. Unser nächstes Ziel ist es, die Beiträge zur Marktabfrage in formelle Absichtserklärungen zu überführen“, so Ralph Bahke, ONTRAS-Geschäftsführer Steuerung und Entwicklung. „Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass sich der Markt noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit wirksamer De-Risking-Mechanismen sowie eines stabilen regulatorischen Rahmens, um Investitionsentscheidungen zu ermöglichen und die schrittweise Entwicklung eines europäischen Wasserstoffmarktes zu unterstützen.“

Regionale Angebots- und Nachfragedynamik

Deutschland ist im Zusammenhang mit dem NBHC der wichtigste Zielmarkt und größter Abnehmer. Entsprechend soll sich korridornahe Verbrauch von 15,3 TWh im Jahr 2033 auf 44,4 TWh im Jahr 2050 nahezu verdreifachen.

Polen weist ein dynamisches Marktprofil auf, bei dem der industrielle Bedarf die inländische Produktion dauerhaft übersteigt. Die Wasserstoffproduktion soll von 2,8 TWh im Jahr 2033 auf 13,2 TWh im Jahr 2050 steigen, während die Nachfrage im selben Zeitraum von 11,8 TWh auf 32,4 TWh anwachsen wird.

Die baltischen Staaten werden sowohl Produzenten als auch Verbraucher in einer wachsenden regionalen Wasserstoffwirtschaft sein. Die Produktion soll von 3,4 TWh im Jahr 2033 auf 11,1 TWh im Jahr 2050 wachsen. Parallel dazu wird der Verbrauch im gleichen Zeitraum von 0,2 TWh auf 4,5 TWh ansteigen.

Finnland stellt eine zentrale Rolle bei der Wasserstoffproduktion dar. Die Wasserstofferzeugung soll von 15,4 TWh im Jahr 2033 auf 38,6 TWh im Jahr 2050 steigen, während der heimische Verbrauch mit rund 2,1 TWh pro Jahr weitgehend konstant bleibt.

Impulse für den breiteren Markt

Ergänzt wird die Perspektive auf den deutschen Markt um die indikativen Mengen der Verteilnetzbetreiber (VNB). Auf Basis der Angaben von sieben VNB mit Fokus auf Ostdeutschland soll der Bedarf von 3,0 TWh im Jahr 2033 auf 24,9 TWh im Jahr 2050 ansteigen.

Aktuelle Erkenntnisse aus der deutschlandweiten Wasserstoff-Marktabfrage für den neuen Netzentwicklungsplan deuten darauf hin, dass die langfristigen Bedarfsmeldungen in Deutschland die in der Marktabfrage ausgewiesene deutsche Nachfrage übersteigen könnten. Dies unterstreicht die Rolle des NBHC als wichtige Versorgungsachse.

Auch die Daten zu grenzüberschreitenden Transporten verdeutlichen den Bedarf an einer internationalen Wasserstoffpipeline. Transportkunden und Händler haben in der Marktabfrage angegeben, ihre Transportmengen von 25,4 TWh im Jahr 2035 auf 38,2 TWh im Jahr 2050 zu erhöhen. Ein erheblicher Anteil dieser Mengen bleibt hinsichtlich des Zielmarktes flexibel. Dies deutet auf die Entstehung eines liquiden europäischen Wasserstoffmarktes hin, in dem frühe Marktteilnehmer sich Transportkapazitäten sichern, um Wasserstoff in die jeweils attraktivsten Absatzmärkte liefern zu können.

Abschluss der Machbarkeitsstudien im Jahr 2027

Das NBHC-Projekt befindet sich derzeit in der Machbarkeitsphase. Die beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber – Gasgrid (Finnland), Elering (Estland), Conexus Baltic Grid (Lettland), Amber Grid (Litauen), GAZ-SYSTEM (Polen) und ONTRAS Gastransport – werden den Dialog mit Marktteilnehmern fortsetzen, um den Kapazitätsbedarf und mögliche Entwicklungspfade des Projekts weiter zu bewerten. Die technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Untersuchungen laufen derzeit und sollen im Jahr 2027 abgeschlossen werden. Das Projekt bleibt auch im weiteren Planungsverlauf offen für zusätzliche Beiträge und Rückmeldungen aus dem Markt.
 

Ergebnisse der NBHC-Marktabfrage

Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse der NBHC-Marktabfrage übersichtlich aufbereitet.

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