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Bauprojekte

ONTRAS ist für den effizienten und sicheren Betrieb des Fernleitungsnetzes in den neuen Bundesländern verantwortlich. Es gehört zu unseren Aufgaben, den Zustand und die Leistungsfähigkeit des Netzes regelmäßig zu überprüfen und zu optimieren.

An dieser Stelle finden Sie Informationen zu wichtigen aktuellen Bauprojekten sowie eine Rückschau auf das vergangene Jahr. Mit diesen Sanierungs- und Neubauvorhaben leistet ONTRAS einen wesentlichen Beitrag, das Gasnetz zukunftsfest zu machen und die Erdgasversorgung nachhaltig zu sichern.

Abgeschlossen:
Neubau zweier Ferngasleitungen in der Lausitz

Um die Energieinfrastruktur in der Lausitz weiter zu verbessern und zukunftsfest zu gestalten, baute ONTRAS zwei neue Ferngasleitungen. Die jeweils ca. 35 Kilometer langen, parallel geführten Leitungen verlaufen vom brandenburgischen Senftenberg (Ortsteil Großkoschen) bis in den Spreetaler Ortsteil Spreewitz (südlich von Schwarze Pumpe in Sachsen) und stellen die Gasversorgung der Regionen Freiberg, Dresden, Bautzen, Zittau und Görlitz langfristig sicher.

Bauablauf +

Die Neuverlegung der Leitungen erfolgt in zwei Phasen: In der ersten Phase, die im Oktober 2015 begann und im August 2016 abgeschlossen war, wurden die Leitungsabschnitte erneuert,  die durch die Sperrgebiete verlaufen. Dies betraf den westlichen Abschnitt (ca. 10 km) sowie den östlichen Abschnitt (ca. 16 km) der beiden Leitungen.

In der zweiten Phase wird mittelfristig der verbleibende Leitungsabschnitt zwischen Neuwiese-Bergen und der B 97 (nahe Burg) ausgetauscht. Dieser Leitungsabschnitt liegt bereits heute in bergbaufreiem Gebiet, soll jedoch technisch auf den gleichen Stand wie die neuen Leitungen gebracht werden.

Technische Daten +
  • Länge der Leitungen insgesamt: jeweils ca. 35 km
  • Länge der 2015/2016 neu gebauten Abschnitte: jeweils 26 km
    (der 9 km lange Abschnitt zwischen Seidenwinkel und Burg wird voraussichtlich erst nach 2017 neu gebaut)
  • Verlegetiefe: Scheitel des Rohres mind. 1 m, in der Nähe von Bebauung 1,20 m, bei Straßen-, Bahn- und Gewässerquerungen auch erheblich tiefer
  • Rohrdurchmesser: 80 cm, Teilstück einer Leitung zwischen Burg und Schwarze Pumpe 40 cm
  • max. Betriebsdruck: 25 bzw. 84 bar
  • Rohreinzellänge: 18 m
  • Geplante Bauzeit für den ersten Bauabschnitt: Oktober 2015 bis August 2016
Baubericht +
Microtunneling_Taetzschwitz

IV. Quartal 2016: Letze Oberflächenarbeiten nahezu abgeschlossen

Nach Inbetriebnahme der beiden neuen Leitungsabschnitte laufen derzeit noch letzte Oberflächenarbeiten (u. a. Beschilderung u. a. ).

16. September 2016: Leitungen offiziell in Betrieb genommen

•    Rund 3.000 Stahlrohre verbaut
•    Verbunden mit über 6.600 Schweißnähten
•    Bis zu 215 Spezialisten von 40 Gewerken im Einsatz

Nach nur elf Monaten Bauzeit hat ONTRAS die beiden neuen Ferngasleitungen zwischen Senftenberg, Hoyerswerda und Spremberg mit einem symbolischen Akt in Betrieb genommen. „Wir sichern damit langfristig die Versorgung der gesamten Region sowie angrenzender Regionen Polens mit Gas – Erdgas plus Biogas“, bekräftigte ONTRAS Geschäftsführer Uwe Ringel anlässlich der symbolischen Inbetriebnahme vor mehr als 50 Gästen aus Politik und Wirtschaft der Region und der beteiligten Bundesländer am Netzknotenpunkt Burg. „Und mit steigendem Anteil regenerativ erzeugter Gase wie Biogas und Wasserstoff hat auch der Energieträger Erdgas im CO2-neutralen Energiemix der Zukunft weiterhin seinen Platz in der ersten Reihe“ zeigte sich Ringel überzeugt. “ Die sichere Versorgung mit Gas, von dem Deutschland übrigens vom Energiegehalt her jährlich etwa 1,5 mal mehr verbraucht als Strom, schafft die Grundlage dafür, dass die Lausitz auch in den kommenden Jahrzehnten ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum bleibt.

Baufortschritt im Mai 2016

Mit Stand Mitte Mai 2016 waren jeweils rund 25 km Einzelrohre der FGL 19 und der FGL 20 entlang der Trasse ausgelegt. Davon sind mittlerweile jeweils rund 24 km verschweißt sowie 14,5 km der FGL 19 und 12,5 km der FGL 20 fertiggestellt und in den Rohrgraben abgesenkt. Und jeweils rund 12 km davon sind bereits fertig verfült - hier fehlt nur noch die Oberflächenwiederherstellung.

Fast alle Sonderbauwerke zum Queren von Straßen, Bahntrassen und Gewässern sind mittlerweile fertig. Derzeit läuft noch die Unterquerung der Kleinen Spree in geschlossener Bauweise. Ebenfalls weit fortgeschritten sind die Bauarbeiten an den neuen Armaturengruppen Spreewitz, Spreetal und Burg.

Die beiden neuen Leitungen der ersten beiden, insgesamt 26 km langen Bauabschnitte gehen voraussichtlich im August dieses Jahres in Betrieb.

Dezember 2015/Januar 2016: Munitionsfunde unterbrechen den Bauablauf

Der Neubau der beiden Ferngasleitungen lief dank des milden Winters fast durchgängig weiter. Es gab nur eine kurzzeitige Verzögerung, da bei archäologischen Untersuchungen bei Spreewitz Mitte Dezember 2015 unerwartet verbrauchte Munitionsreste auftauchten. ONTRAS verhängte daher vorsorglich einen
Baustopp und ließ in Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst Dresden (Dresdner Bohrgesellschaft mbH) bestimmte Trassenteile nach etwaigen Munitionsresten absuchen. Erst nachdem diese Abschnitte munitionsfrei waren, gingen die Bauarbeiten weiter.

Krötenschutz

Aber nicht nur der eigentliche Leitungsbau bestimmt die Arbeiten: Ab Mitte Februar stellten die bauausführenden Unternehmen nach Angaben der ökologischen Bauüberwachung rund 10 Kilometer Krötenzäune auf. So können die Tiere nicht versehentlich in den Baustellenbereich gelangen. Die Zäune werden regelmäßig kontrolliert und die Kröten im Bedarfsfall abgesammelt und an sicherer Stelle
wieder ausgesetzt.

Gewässerquerung mit Mikrotunneln

Eine Besonderheit bei diesem Vorhaben sind Gewässer- und Straßenquerungen im sogenannten Microtunnelling-Verfahren: Auf beiden Seiten des zu unterquerenden Bereichs werden Baugruben ausgehoben (siehe Foto). In der größeren Startgrube wird eine Hydraulikpresse installiert, die jeweils ein einzelnes, 12 m langes und mit glasfaserverstärktem Kunststoff ummanteltes Rohr in das Erdreich presst. Am Anfang des ersten einzuziehenden Rohres ist dazu ein Bohrkopf mit Spülung angebracht, der beim Vortrieb das zu durchquerende Erdreich beseitigt und in einem Spülkreislauf abtransportiert.

Ist ein Rohr vollständig ins Erdreich gepresst, wird das nächste angeschweißt und ebenfalls mit der Presse ins Erdreich geschoben. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis der Rohrstang seine vorgesehene
länge und der Bohrkopf seine Position in der Zielgrube auf der anderen Seite der Unterquerung
erreicht hat.

Die beiden, parallel geführten Leitungen werden jeweils nacheinander durch das Erdreich gepresst. Für die mehrmalige Querung der Schwarzen Elster sind dafür bis zu 12 m tiefe Baugruben nötig, die mit Spundwänden und zwei Gurtungen gesichert sind.

Archäologische Untersuchungen entlang der Trasse

Bereits abgeschlossen sind – bis auf einige, später baubegleitend zu untersuchende Abschnitte – die archäologischen Erkundungen. Die Grabungsteams fanden verschiedene Relikte aus der Bronzezeit sowie ein Rundwall aus dem frühen Mittelalter, in dem vermutlich einst eine Wohnburg vorhanden war. Genaueres wird sich jedoch erst nach der Bewertung und Untersuchung der zahlreichen Befunde ergeben.

Planfeststellungsverfahren +

Zur Umsetzung des Vorhabens hatten für den Freistaat Sachsen die Landesdirektion Sachsen und für das Land Brandenburg das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe als jeweilige Verfahrensträger ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. 

Die Landesdirektion Sachsen hat dieses Verfahren mit Beschluss vom 30. September 2015 positiv beendet, so dass ONTRAS im Oktober 2015 im Freistaat mit den Arbeiten beginnen konnte. Die Planfeststellung für den etwa 800 Meter langen Bauabschnitt in Brandenburg erfolgne im November 2015.

Informationsveranstaltungen zum Bauprojekt +

Ergänzend zum Planfeststellungsverfahrenstellte ONTRAS das Bauvorhaben mit eigenen Informationsveranstaltungen im Januar 2015 vor. Interessierte Bürger der Ortschaften und Gemeinden entlang der geplanten Trasse konnten sich so frühzeitig  darüber informieren, warum die neuen Leitungen für eine sichere Versorgung des Lausitzer Reviers wichtig sind und was während der Bauphase vor Ort passieren wird.

Zu den beiden Informationsmärkten in Elsterheide und Burgneudorf kamen rund 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger. Sie diskutierten mit den Experten von ONTRAS und dem zuständigen Ingenieurbüro PLE Fragen zum geplanten und detaillierten Trassenverlauf, zum Bauablauf sowie zu Grunddienstbarkeiten und Entschädigungen. An beiden Abenden wurde deutlich: Keiner der Anwesenden stellt die Notwendigkeit der geplanten neuen Leitungen für eine zukunftsfeste Versorgung des Lausitzer Reviers in Frage.

Hintergrund zum Leitungsneubau +

Das Vorhaben ersetzt die Bestandsleitungen FGL 18 und 206 und stellt weitere Kapazitäten zur Verfügung, die vorher durch die FGL 09 und FGL 218 transportiert wurden.  Notwendig wurde dieser Neubau, da mehrere Abschnitte der beiden bestehenden Leitungen im Gebiet der ehemaligen Braunkohletagebaue Spreetal und „Erika“/Laubusch verlaufen: Teilbereiche dieser ehemaligen Tagebaue sind seit 10. Dezember 2010 durch das Sächsische Oberbergamt gesperrt.

ONTRAS konnte die Leitungen zwar weiterhin regelgerecht betreiben. Planmäßige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten waren jedoch nicht mehr möglich. Daher hat ONTRAS diese Investition getätigt, um die Gesamtstabilität des Gasnetzes und damit die Versorgungssicherheit für die Regionen Freiberg, Dresden, Bautzen, Zittau und Görlitz langfristig sicherzustellen.

Info-Hotline zum Bauvorhaben +

Speziell zum Projekt Neubau Ferngasleitungen Lausitz hatten wir eine Info-Hotline mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer (zu Geschäftszeiten) für interessierte Bürger geschaltet.Lausitz@ontras.com

Abgeschlossen:
Sanierung der Ferngasleitung 02 Lauchhammer-Weißig

Die ONTRAS Ferngasleitung 02 (FGL 02) verläuft von Lauchhammer (Brandenburg) bis ins sächsische Weißig. Sie versorgt die Regionen Oberspreewald/Lausitz, Dresden-Meißen sowie Sächsische Schweiz/Osterzgebirge mit Erdgas. Einzelne Abschnitte in einer Gesamtlänge von rund 16 Kilometern hatte ONTRAS bereits in den vergangenen Jahren erneuert. z. B. im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen. Von März 2014 bis August 2015 sanierte der Fernleitungsnetzbetreiber nunmehr die verbliebenen Teilabschnitte in einer Gesamtlänge von 46,1 km.

Technische Daten +
  • Gesamtlänge der Leitung: (davon 12,5 km in Brandenburg und 49,8 in Sachsen)
  • Sanierung: 46,1 km (davon 5,1 km in Brandenburg und 41 km in Sachsen)
  • Rohrdurchmesser: 50 cm
  • Max. Betriebsdruck: 25 bar
  • Rohreinzellänge: 18 m
  • Bauzeit: 2014/2015
Effizienter Netzbetrieb +

Die Erneuerung der FGL 02 hat das ONTRAS-Netz weiter optimiert. Sie ist jetzt molchbar. Im Zuge der Sanierung wurden zudem Armaturen eingebaut, die von unserer Leipziger Dispatchingzentrale aus ferngesteuert werden können. Dies sorgt für noch mehr Sicherheit und verringert den Aufwand im Rund-um-die-Uhr-Betrieb.

Bauverlauf +

In Brandenburg begannen die Bauarbeiten am 4. März 2014 im Bereich des Netzknotens Lauchhammer. Die Erneuerung der insgesamt etwa fünf Kilometer in Brandenburg wurde mit dem Austausch einer wichtigen Armaturengruppe in Großthiemig Anfang Juni 2014 fertiggestellt.

Für die Bauabschnitte im Freistaat Sachsen lief bis Juni 2014 ein Planfeststellungsverfahren. Dabei gingen bei der zuständigen Landesdirektion Sachsen mehr als 70 Stellungnahmen ein. ONTRAS hat sich daraus ergebenden Auflagen beim Bauen berücksichtigt. Nach Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses begannen im Juli 2014 die Erneuerungsarbeiten des sächsischen Teils der FGL 02.

Gebaut wurde in insgesamt neun Bauabschnitten, die im August 2015 abgeschlossen wurden.

Archäologie (Übersicht) +
Einige wertvolle Fundstücke aus den Grabungen an der Elbe bei Coswig.

19.05.2015:
Die Erneuerung der Ferngasleitung 02 Lauchhammer-Weißig ermöglichte es dem Landesamt für Archäologie Sachsen, im Trassenbereich umfangreiche archäologische Untersuchtungen durchzuführen. Nunmehr gibt es eine erste Zusammenfassung der Ergebnisse von den Ausgrabungen.

· Archäologischer Suchschnitt +
Archaeologischer Suchschnitt, Trassenabschnitt 2 bei Ebersbach im Frühjahr 2015 im Bereich der Grabung EBE-15

Nach etwas mehr als einem Jahr Geländearbeit wurden Anfang Mai 2015 die archäologischen Ausgrabungen an der FGL 02 abgeschlossen. Dabei legten die Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie Sachsen 14 archäologische Fundstellen frei, die zumeist unmittelbar anschließend auf gesamter Baufeldbreite ausgegraben wurden. Insgesamt wurden auf einer Fläche von über 2 ha etwa 2.000 archäologische Befunde dokumentiert.

Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen; Dr. Harald Stäuble, Frauke Kreienbrink, Matthias Conrad

· Urnenfelder +
Freitelsdorf. Freilegen eines bronzezeitlichen Urnengrabes mit Beigefäßen

Die ausgegrabenen Fundstellen sind vor allem aus der Mittleren bis Jüngsten Bronzezeit (ca. 1400–750 v. Chr.). Neben drei größeren Siedlungsplätzen an der Großen Röder (bei Cunnersdorf und Freitelsdorf, Lkr. Meißen) bzw. an der Elbe (bei Radebeul-Kötzschenbroda, Lkr. Meißen) wurden bei Freitelsdorf und Ebersbach (beide Lkr. Meißen) die Überreste von zwei Gräberfeldern mit Urnenbestattungen (Foto) ausgegraben.

Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen; Dr. Harald Stäuble, Frauke Kreienbrink, Matthias Conrad

· Rennöfen 1 +
Ebersbach. Großer Schlackeklumpen als Rest eines Rennofens

Eine besondere Fundstätte war der Eisenverhüttungsplatz der Jüngeren Römischen Kaiserzeit (ca. 3./4. Jahrhundert n. Chr.) bei Ebersbach. Auf einer Länge von etwa 200 m im 10 m breiten Baufeld legten die Ausgräber zahlreiche Befunde frei, die eine Raseneisenerzverhüttung belegen. Mehrere Schlackegruben mit teils massiven Schlackeklötzen zeugen von insgesamt 20 Rennöfen (Foto).

Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen; Dr. Harald Stäuble, Frauke Kreienbrink, Matthias Conrad

· Rennöfen 2 +
Ebersbach, vermutliche Reste eines oder mehrerer abgebrochener Schächte von Rennöfen

In einigen Gruben gab es Reste abgebrochener Ofenschächte aus gebranntem Lehm (Foto). Das in den Rennöfen verhüttete Raseneisenerz stammt vermutlich aus der feuchten Niederung der im Norden anschließenden Röderaue. Hangaufwärts, im Süden des Grabungsfeldes, zeugen zahlreiche Pfostengruben von Gebäuden, die wie auch Siedlungsgruben und ein Grubenhaus die wohl zum Werkplatz gehörige Siedlung bezeugen.

Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen; Dr. Harald Stäuble, Frauke Kreienbrink, Matthias Conrad

· Slawische Körpergräber +
Radebeul-Kötzschenbroda. Schädel einer slawischen Körperbestattung (Bef. 82) mit bronzenem Schläfenring

Bei Radebeul-Kötzschenbroda entdeckten die Archäologen unerwartet zwei slawische Körpergräber des frühen Mittelalters (Foto) innerhalb einer spätbronzezeitlichen Siedlung.

Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen; Dr. Harald Stäuble, Frauke Kreienbrink, Matthias Conrad