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Appell für die intelligente Sektorenkopplung

Deutschland braucht die intelligentreSektorenkopplung

Wahljahre sind besondere Jahre. Besonders deshalb, weil mit einem neuen Mandat politische Weichenstellungen überprüft und teils neu ausgerichtet werden. Dies gilt auch für eines der ambitioniertesten Gesellschaftsprojekte in Deutschland: die Energiewende. Wir wollen diese aktiv mitgestalten und Verantwortung übernehmen, damit sie gelingt. Deshalb möchten wir Ihnen im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 einige unserer wichtigsten Positionen zur Energieund Klimaschutzpolitik übermitteln.

Die Energiewende muss dem Klimaschutz dienen.

Damit die Energiewende ein Erfolg wird, muss jetzt sichergestellt werden, dass die Treibhausgasemissionen spürbar sinken – nur so können die Klimaziele für 2020, 2030 und darüber hinaus erreicht werden. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der erneuerbaren Energien kontinuierlich gestiegen, doch gleichzeitig der Ausstoß von Klimagasen insgesamt nicht gesunken. In der nächsten Wahlperiode gilt es, diesen Widerspruch aufzulösen. Nur wenn Deutschland dies schafft, wird die Energiewende glaubwürdig und auch international zum Vorbild.

Bereits heute stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung, um die Emissionen zu senken. Eine dieser Optionen ist der verstärkte Rückgriff auf den Energieträger Erdgas: Im Zusammenspiel mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien kann Gas dazu beitragen, die Emissionen nachhaltig zu senken. Die Möglichkeiten, mit Erdgas und auf Basis der bestehenden Gasinfrastruktur den Treibhausgasausstoß zu reduzieren, sollten daher im Rahmen der Prüfaufträge des Klimaschutzplans 2050 entsprechend gewürdigt werden.

Klimaschutzpolitik muss ambitioniert und bezahlbar zugleich sein.

Denn nur wenn Deutschland Produktions- und Innovationsstandort bleibt, wird die Wirtschaft in unserem Land auch zukünftig stark sein. Deshalb setzen wir uns für einen sozialverträglichen Klimaschutz ein, der den Energieträger Gas einbezieht und bei dem Energie für alle bezahlbar bleibt. Das Klima effektiv zu schützen und dabei weder die privaten Haushalte zu überfordern noch den Wirtschaftsstandort Deutschland zu gefährden, muss das Ziel der nächsten Bundesregierung sein.

Klimaschutzmaßnahmen müssen an den CO2-Vermeidungskosten ausgerichtet werden.

 Nur dann wird jeder eingesetzte Euro ein Maximum an Klimaschutz bewirken. Der marktwirtschaftliche Wettbewerb ist am besten geeignet, um die kostengünstigsten Klimaschutzoptionen zu ermitteln. Ein von der Politik bestimmter Fokus auf gewisse Technologien verteuert dagegen das Erreichen der Klimaziele nur unnötig. Das Prinzip der Technologieoffenheit sollte daher bei allen energiepolitischen Maßnahmen gewährleistet sein. Eines der wichtigsten Politikinstrumente für die Ausrichtung an CO2-Vermeidungskosten ist die Bepreisung von CO2. Diese sollte durch eine ambitionierte Reform des Emissionshandels auf europäischer Ebene vorangetrieben werden. Eine solche Reform wird allerdings Zeit in Anspruch nehmen und vor Mitte des nächsten Jahrzehnts kaum spürbare Effekte zeigen. Daher sollten übergangsweise nationale Maßnahmen ergriffen werden, die das kostengünstige Klimaschutzpotenzial von Erdgas in der Stromerzeugung nutzen, europäisch eingebettet sind und so den existierenden Emissionshandel nicht konterkarieren.

Laut Klimaschutzplan dürfen im Gebäudesektor 2030 nur noch maximal 72 Millionen Tonnen CO2 emittiert werden. Effiziente Heiztechnologien auf Gasbasis und moderne Gebäudeautomatisierung können hierzu einen vergleichbar kostengünstigen Beitrag leisten. Das Potenzial des Heizungstauschs und solche innovativen Heizsysteme sollte daher konsequent genutzt werden.

Der Einstieg in eine intelligente Sektorenkopplung ist der nächste Schritt der Energiewende.


Dabei sollte Sektorenkopplung nicht als reine Stromwende für alle Sektoren missverstanden werden. Stattdessen plädieren wir für eine Gesamtoptimierung des Energiesystems bei Chancengleichheit für verschiedene Technologien und Energieträger. Besonders wichtig ist dabei eine engere Verzahnung der Strom- und Gas-, Wärme- und Mobilitätsinfrastruktur. Aufgrund der gut ausgebauten Gasinfrastruktur kann Gas nahezu unsichtbar Energie in großen Mengen dorthin transportieren, wo sie gebraucht wird. Zudem lässt sich Gas über längere Zeiträume gut speichern und kann auch kurz- und mittelfristige Stromspeicher ergänzen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt besteht darin, dass durch die Beimischung von grünen Gasen (Power to Gas, Biogas, Wasserstoff) sich die Treibhausgasbilanz von Gas zunehmend verbessern wird. Die Integration der erneuerbaren Energien kann so in allen Sektoren beschleunigt werden. Das bessere Zusammenspiel der Energieinfrastrukturen ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Sektorenkopplung, die Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit auf sich vereint.

Die Energiewende ist für alle Beteiligten ein einzigartiges Projekt. Es kann nur gelingen, wenn die beschlossenen Maßnahmen schnell und signifikant den Treibhausgasausstoß senken, und dabei bezahlbar und technologieoffen sind. Gas kann dabei aufgrund seiner hohen Flexibilität eine Schlüsselrolle spielen, da es als natürlicher Partner von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in allen Sektoren als Klimaschutzmotor wirken kann.

29. Juni 2017
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Brief im Vorfeld der Bundestagswahl