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Fernleitungsnetzbetreiber erneuert Gasleitung südlich Halsbrücke

Leitungsbau_Rohr.jpg

Ende März startet der Austausch des 6,3 Kilometer langen Teilstücks

zwischen Naundorf und Freiberg

- Bau von zwei Molchschleusen für Kontrollmessungen

- Ende der Bauarbeiten voraussichtlich Mitte August 2020

Zwischen Freiberg und Naundorf verläuft ein 6,3 Kilometer langes Teilstück der Ferngasleitung
001 (FGL 1) Frankenberg-Freiberg-Pohrsdorf (nördlich von Tharandt) der ONTRAS
Gastransport GmbH. Bereits bei einer früheren Maßnahme hatte ONTRAS das Teilstück der
FGL 1 zwischen Oberhermsdorf und Pohrsdorf erneuert. Die derzeitige („alte“) Leitung hat
einen Durchmesser von 50 Zentimetern und ist für einen max. Betriebsdruck von 25 bar
ausgelegt (MOP 25). Das neue Teilstück wird, wie die bereits sanierten Abschnitte dieser
Leitung, einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben. In Vorbereitung einer künftig
dekarbonisierten Gasversorgung wird der Neubau wasserstofftauglich ausgeführt.
Im Zuge der archäologischen Untersuchungen wurde bereits der Mutterboden des 24 Meter
breiten Arbeitsstreifens der Trasse abgezogen. Noch bis Ende März ist ein Grabungsteam des
Landesamtes für Archäologie Sachsen im Bereich von Naundorf dabei, den Boden auf Spuren
aus der Vergangenheit zu untersuchen.

Mitte März erfolgt die Anlieferung der insgesamt 360 Stahlrohre zu den beiden
Rohrlagerplätzen in Naundorf und Tuttendorf. Ein Einzelrohr ist 18 Meter lang und hat ein
Gewicht von etwa 0,85 Tonnen.

Am 30. März beginnen dann die Vorarbeiten zum Austausch der Rohre zwischen dem Abzweig
der FGL 1 von der FGL 9 (Schwarze Pumpe-Niederschöna) nördlich von Naundorf bis zum
Netzanschlusspunkt Freiberg-Nord. In zwei Bauabschnitten von Freiberg-Nord bis zum
Conradsdorfer Weg (rd. 1 Kilometer lang) und anschließend von dort bis nach Naundorf wird
jeweils die Altleitung ausgebaut, in transportgerechte Teilstücke zerlegt und einer
fachgerechten Wiederverwertung zugeführt. Nach Verschließen des alten und Aushub des
neuen Rohrgrabens werden die neuen Rohre entlang der Trasse im Arbeitsstreifen ausgelegt
und abschnittsweise zu Strängen verschweißt. Vor dem Absenken werden alle Schweißnähte
der Rohrstränge geprüft und der fertige Strang einer Druckprüfung unterzogen. Parallel mit
verlegt werden zwei Rohre für Steuer- und LWL-Kabel. Dann wird der Rohrgraben wieder
verfüllt, die Oberfläche wiederhergestellt und den Bewirtschaftern zur weiteren Nutzung
übergeben.

Besondere Herausforderungen sind zum einen im Bereich von Naundorf die
Kreuzungsbereiche mit mehreren, Nord-Süd verlaufenden wichtigen Gasfernleitungen (u. a.
EUGAL und OPAL). Zum anderen wird, entsprechend der Auflagen der örtlichen Behörden,
der Rote Graben westlich der Freiberger Mulde in geschlossener Bauweise gequert. Hier
nutzen wir das entsprechende, 50 Zentimeter Durchmesser aufweisende Stück der bisherigen
Leitung als Mantelrohr für den neuen, mit 30 Zentimetern Durchmesser wesentlich dünneren
Leitungsstrang und verringern damit den notwendigen Eingriff in die Natur erheblich. An den
Anfangs- und Endpunkten werden zusätzlich Molchschleusen errichtet und als Ersatz für zwei
auszubauende Streckenarmaturen am gleichen Standort zwei neue Armaturengruppen
eingebaut. Über die Molchschleusen kann der neue Leitungsabschnitt künftig bei laufendem
Betrieb mit einer Reinigungs- und Messsonde (aufgrund der äußeren Form als „Molch“
bezeichnet) gereinigt und untersucht werden.

Die Wiederinbetriebnahme des gesamten neuen Teilstücks ist für Ende August 2020
vorgesehen. Nach der Wiederinbetriebnahme des neuen Leitungsabschnittes werden die
dann noch offenen Oberflächen wiederhergestellt und damit die Arbeiten abgeschlossen.