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Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach: „Wasserstoffcluster Ost-Brandenburg ist nächster wichtiger Schritt auf dem Weg Brandenburgs zum Wasserstoffland“

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Brandenburg treibt Aktivitäten zur Dekarbonisierung der Industrie gemeinsam mit Unternehmen voran

 

Potsdam, 24. Juni 2021. Das Land Brandenburg treibt seine Aktivitäten zur Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie gemeinsam mit den Unternehmen voran. Eine wichtige Wegmarke ist dabei das im Aufbau befindliche Wasserstoffcluster Ost-Brandenburg. Dieses wird auf Initiative von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach in enger Zusammenarbeit mit den Industrieakteuren aus Brandenburg entwickelt. Ziel ist es, die märkischen Industrie- und potenziellen Erzeugungsstandorte für grünen Wasserstoff an das zukünftige europäische Wasserstoffnetz anzuschließen und hierüber auch den weiteren Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in Richtung Osteuropa voranzutreiben. Das brandenburgische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie und die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) koordinieren dieses Vorhaben, mitarbeitende Unternehmen sind ArcelorMittal, BASF, CEMEX, ENERTRAG, EWE, LEAG, PCK und ONTRAS.

„Eine leistungsfähige europäische Wasserstoffinfrastruktur ist notwendige Voraussetzung für die Dekarbonisierung unserer Industriestandorte. Nur mit ihr kann man die Wasserstoffmengen transportieren, die unsere Industrie dafür benötigt“, erklärte Steinbach bei einem Arbeitstreffen mit den betreffenden Unternehmen. „Deshalb freue ich mich, dass der von Brandenburg eingebrachte Beschlussvorschlag beim Energieministertreffen gestern eine Mehrheit gefunden hat. Denn die Bundesregierung muss kurzfristig Finanzierunginstrumente für den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur schaffen und die entstehende Wasserstoffinfrastruktur schnellstmöglich ins bestehende Gasnetz integrieren. Nur so wird Deutschland seinen Beitrag zur Beschleunigung des Aufbaus eines europäischen Wasserstoffnetzes leisten“, so der Minister weiter.

Wichtige Weichen für den Aufbau einer deutschland- und europaweiten Wasserstoffinfrastruktur seien bereits gestellt, sagte der Minister mit Verweis auf das europäische IPCEI-Verfahren (Important Project of Common European Interest) zur Förderung von Wasserstoffprojekten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hatte kürzlich über die im ersten Verfahrensschritt erfolgreichen Bewerbungen für eine solche Förderung informiert. Gleich mehrere brandenburgische Projekte konnten sich dabei platzieren.

„Die Auswahl des länderübergreifenden Projektverbundes doing hydrogen und des Vorhabens DRIBE2 war ein erster wichtiger Meilenstein“, sagte Steinbach. Mit doing hydogen wird in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt der Grundstein für den Aufbau eines europäischen Wasserstoffnetzes gelegt. „doing hydrogen ist dabei quasi Teil des europäischen Startnetzes im Bereich Wasserstoff und muss daher bereits heute weitergedacht werden“ so Steinbach weiter.

DRIBE2 ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes von ArcelorMittal zur Dekarbonisierung der Flachstahlproduktion in Deutschland und wird perspektivisch auch am Standort Eisenhüttenstadt große Mengen Wasserstoff benötigen. Vor diesem Hintergrund betonte Minister Steinbach: „Die Umsetzung des Wasserstoffclusters Ost-Brandenburg ist für uns ein wichtiger Schritt. Einerseits wird es hiermit gelingen, die brandenburgischen Industrie- und Wasserstoff-Erzeugungsstandorte im Osten des Landes an das europäische Startnetz für Wasserstoff anzubinden. Andererseits können wir hiermit auch die Einbindung Osteuropas in eine europäische Wasserstoffinfrastruktur gewährleisten.“

Ralph Bahke, Geschäftsführer ONTRAS Gastransport, erklärte: „Unsere Gasinfrastruktur sowie die Wasserstoff-Aktivitäten gemeinsam mit Partnern im Rahmen von IPCEI und dem Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt bilden die Grundlage für den Aufbau des ostdeutschen Wasserstoffnetzes. Mit doing hydrogen wollen wir die Wirtschaftszentren im Norden, in Mitteldeutschland und in Brandenburg miteinander verbinden und in den European Hydrogen Backbone integrieren. Damit schaffen wir die Voraussetzung für den Hochlauf eines Wasserstoffmarktes.“

Reiner Blaschek, CEO ArcelorMittal Flachstahl Deutschland: „Bei ArcelorMittal sind wir bereits auf dem Weg zum grünen Stahl. Der Aufbau des Wasserstoffclusters Ostbrandenburg ist von entscheidender Bedeutung, damit unser Standort in Eisenhüttenstadt langfristig vor Ort mit grünem Wasserstoff zur Herstellung von klimaneutralem Stahl versorgt werden kann. Mit einem verfügbaren Leitungsnetz und ausreichenden Mengen an grünem Wasserstoff zu wirtschaftlichen Preisen wird es gelingen, die Stahlproduktion in Eisenhüttenstadt klimaneutral zu gestalten. Wir wollen bereits ab 2026 mit einem neuen Elektrolichtbogenofen beginnen, die Produktion umzustellen. Außerdem ist eine innovative Direktreduktionsanlage geplant, um mit Wasserstoff Eisenschwamm für die Stahlherstellung zu erzeugen. Ziel ist es, noch vor 2030 klimaneutral zu werden.“ 

Mehr Infos erhalten Sie im Internet unter den folgenden Links: