Fernleitungsnetzbetreiber ONTRAS schließt sich europäischer Wasserstoff-Initiative an

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Geschäftsführer Ralph Bahke: „Unsere Gas-Infrastruktur kann auch Wasserstoff“

  • Zwei Power-to-Gas-Anlagen am Netz (Wasserstoff und synthetisches Methan)
  • Engagement in mehreren H2-Projekten für eine CO2-neutrale Energiezukunft
  • Ziel bis zum Jahr 2050: Erreichen einer CO2-neutralen Gasversorgung durch Sektorkopplung und Integration grüner Gase

Der deutsche Fernleitungsnetzbetreiber ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS), Leipzig, hat sich heute der europäischen Wasserstoff-Initiative angeschlossen. Die entsprechende gemeinsame Deklaration unterzeichnete heute ONTRAS-Geschäftsführer Ralph Bahke im Rahmen der hochkarätig besetzten Energiekonferenz „Charge for Change: Innovative Technologies for Energy Intensive Industries“ (Zeit für Veränderungen: Innovative Technologien für energieintensive Industrien) in Linz unter der Österreichischen Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union 2018. Es ist vorgesehen, dass morgen die Energieminister der Europäischen Union diese Erklärung verabschieden.

Wesentliche Inhalte

Die Wasserstoff-Initiative will die nachhaltige Wasserstofftechnologie für die Dekarbonisierung des Energiesystems nutzen und eine langfristige Energiesicherheit für die EU schaffen. Die Initiative sieht Wasserstoff als Bindeglied zwischen den Sektoren Elektrizität, Industrie und Mobilität. Konkret geht es um Wasserstoff als kurz- und langfristigen Energiespeicher, die Direkteinspeisung ins Gasnetz sowie die Umwandlung von Wasserstoff in regeneratives Methan und die Förderung des Einsatzes von regenerativem Wasserstoff sowie daraus abgeleiteten Produkten in industriellen Prozessen. Für die Mobilität ist eine Betankungsinfrastruktur aufzubauen. Es gilt zudem, multilaterale Rahmen und Standards zu setzen, um eine maximale Konsistenz bei der Anwendung der Wasserstofftechnologie in verschiedenen Sektoren zu gewährleisten.

Ziele der Initiative passen zur Vision „going green“

„Die gemeinsamen Ziele der Initiative fügen sich lückenlos in die Ziele unserer Vision ‚going green.‘ ein. Wir teilen das Engagement für den forcierten Einsatz nachhaltiger Wasserstofftechnologien zur Dekarbonisierung der Wirtschaft bei einer gleichzeitig gesicherten, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Energieversorgung der Länder in der Europäischen Union“, sagte Bahke anlässlich der Unterzeichnung. Am gleichen Tag übergab Bahke auch die Unterlagen für den Beitritt zur Hydrogen Europe an Vorstand Jorgo Chatzimarkakis. Hydrogen Europe ist eine Vereinigung europäischer Industrie, nationaler Verbände und Forschungszentren aus dem Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor.

Auch als Mitglied der Green Gas Initiative, einem Zusammenschluss von sieben europäischen Infrastrukturbetreibern, setzt sich ONTRAS für eine CO2-neutrale Energieversorgung bis 2050 ein.

Seit Jahren grünes Gas im Netz

Bereits seit 2013 transportiert ONTRAS auch aus Windstrom erzeugten Wasserstoff im Netz, eingespeist aus zwei Power-to-Gas-Anlagen. Seit diesem Jahr speist eine dieser Anlagen auch aus diesem Wasserstoff mit CO2 aus regenerativen Quellen erzeugtes Methan ein. Zudem transportiert das Netz jährlich etwa 18 Prozent der deutschlandweit eingespeisten Biomethanmenge aus 22 Biogasanlagen.

Engagement für Wasserstoff

ONTRAS engagiert sich in mehreren Wasserstoffprojekten. Im Rahmen des HYPOSForschungsprojekts wird u. a. untersucht, wie sich bestehende Gasleitungen für den Transport von Wasserstoff umwidmen lassen. In dem laufenden H2-PIMS-Projekt werden sowohl bestehende als auch neue Leitungen hinsichtlich ihrer Wasserstoffverträglichkeit untersucht. Gemeinsam mit Verteilnetzbetreibern arbeiten wir zudem an einer regionalspezifischen Umsetzung einer grünen Energieversorgung. Zusammen mit regionalen Partnern u. a. in der Lausitz und in Sachsen suchen wir intensiv nach realisierbaren Projekten für Power-to-Gas sowie den Einsatz von Wasserstoff für die Mobilität und lokale Inselversorgungen.

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